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10. September 2010, 20:43:34

« Gottesdienstliche Segnung homosexueller Paare »

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News: Willkommen im Forum der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
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Autor Thema: Gottesdienstliche Segnung homosexueller Paare  (Gelesen 25109 mal)
Frank
Neuling
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« Antworten #15 am: 22. Juni 2004, 18:09:05 »

Lieber Markus,

Ich denke durch weiteres Diskutieren kommen wir zur Zeit nicht weiter. Deshalb werde ich mich aus Zeitgründen aus der Diskussion vorübergehend ausklinken.

Ich möchte versuchen, meinen Standpunkt in dieser Angelegenheit nochmal kurz darzulegen:

1. Gott liebt alle Menschen ohne Unterschied

2. Gott verurteilt Sünde (nicht nur Homosexuallität, sondern auch Neid, Geiz, Habsucht ...)

3. Durch Jesus haben wir Vergebung unserer Schuld, dazu müssen wir unsere Sünden bekennen (daher auch: anerkennen).

4. Als Christen sind wir aufgerufen, ein geheiligtes Leben zu führen, daher unser Leben immer wieder an den Maßstäben der Bibel zu messen.

5. Praktizierte Homosexuallität kommt in der Bibel, im Alten und Neuen Testament vor und wird dort deutlich verurteilt. An dieser Stelle gehen unsere Meinungen auseinander. Aber nach meiner Ansicht sind deutlichere Worte als die in der Bibel gebrauchten kaum möglich. Wenn etwas vor Gott ein Gräuel ist, dann ist da nichts auszulegen.
Dabei geht es nicht um die einseitige Verurteilung Homosexueller, sondern um die nüchterne Feststellung, wie das Wort Gottes die Sache beurteilt.
Ich selbst muss mich dem Urteil der Bibel auch stellen. Es gibt auch viele Dinge in meinem Leben, die vor Gott nicht in Ordnung sind. Auch ich bin Sünder und habe die Erlösung durch Jesus nötig.

6. Sollen durch die Kirche homosexuelle Beziehungen gesegnet werden?
Ich kann mir aus den obengenannten Gründen nicht vorstellen, dass dies in den Augen Gottes richtig ist. Wenn jemand zum Beispiel eine außereheliche Beziehung hat, schafft man dies nicht dadurch aus der Welt, dass man  diese Beziehung im Gottsdienst segnet.  

Ich wünsche Dir, lieber Markus, trotz unserer unterschiedlichen Auffassungen, Gottes Segen und alles Gute für Dein weiteres Leben.


Frank  
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Markus
Gast
« Antworten #16 am: 23. Juni 2004, 11:29:56 »

Liebe Cornelia, lieber Frank.

Ich will es dann von meiner Seite auch dabei bewenden lassen, denn es ist ja richtig was Frank schrieb: Im Prinzip hat jeder seine Meinung dazu gesagt.

Nur ein Letztes vielleicht noch mit auf den Weg und dieser Text stammt nicht von mir, aber er passt meiner Meinung nach, doch sehr gut hierher. Der Hintergrund ist folgender:

Laura Schlesinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, dass Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Gräuel wäre.

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura Schlesinger:

Liebe Dr. Laura

Vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, dass es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.

Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind.

Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, dass würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet ihn eigenhändig zu töten?

Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt's hier ein wenig Spielraum?

Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

Ich weiß aus Lev. 11:7-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüberhinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)?

Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, das Sie uns behilflich sein können.

Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan,
Jake.


Ich wünsche euch beiden allen Gute und Gottes Segen.

Markus.
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Markus
Gast
« Antworten #17 am: 23. Juni 2004, 11:55:35 »

Nachtrag für alle Nichttheologen.:

Mit "Leviticus" sind die Bücher Mose gemeint.

Markus.



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Stefan
Gast
« Antworten #18 am: 23. Juni 2004, 12:46:18 »

Wenn dir die gottesdienstliche Segnung homosexueller Paare so wichtig ist, warum wechselst du dann nicht einfach die Landeskirche?
Du hast eingangs festgestellt, dass es einige Kirchen gibt, die homosexuelle Paare segnen.
Warum erwartest du von der sächs. Landeskirche diesen zu folgen?
Genügt es dir nicht, dass es in Deutschland möglich ist, als homosexuelles Paar gesegnet zu werden?
Oder geht es dir nicht nur um den Segen Gottes, sondern um etwas anderes, vielleicht "ums Prinzip"?
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Markus
Gast
« Antworten #19 am: 23. Juni 2004, 15:02:25 »

Zitat
Wenn dir die gottesdienstliche Segnung homosexueller Paare so wichtig ist, warum wechselst du dann nicht einfach die Landeskirche?


Weil dies eben meine Kirche ist.

Übrigens: Neu ist dein Einfall nicht.Früher hieß das: "Dann geh doch rüber."

Markus.

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Christian
Gast
« Antworten #20 am: 23. Juni 2004, 16:57:01 »

 .... eigentlich würde ich sehr viel schreiben ... aber ich finde einfach keine Worte ...

Lieber Markus ... ich bin froh, dass du wenigstens gut deine Argumente darlegen kannst.

Ich würde jedem wünschen, dass er mal eine Weile in den Schuhen eines Homosexuellen gehen sollte. Zu wissen, dass man so ist, wie man ist ... jahrelang zu kämpfen, um sich selbst so anzunehmen. Zu akzeptieren, dass man von Gott so geschaffen und auch gewollt ist. Und dann kommen Hobbytheologen daher und meinen sie würden die "Heilige Schrift" verstehen.

Wieso wohl nimmt kein Theologe unserer Landeskirche dazu Stellung? Ich vermute das liegt daran, weil niemand der Theologie studiert und sich mit der Bibel auseinandergesetzt hat, mit solcher Überzeugung sagen kann - Homosexualität ist Sünde. Vielmehr wissen die "Kirchenoberen" genau, dass sie sich mit klaren Worten zu dem Thema die halbe Jüngerschaft ihrer LAndeskirche vergraulen würde.

Leider

Schöne Grüße
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Gerd
Gast
« Antworten #21 am: 23. Juni 2004, 19:02:36 »

Hallo Christian,

es gibt durchaus studierte Theologen, die sich mit der Bibel auseinandergesetzt haben, die anderer Meinung sind.

Im Übrigen finde ich Deinen abwertenden Ausdruck "Hobbytheologe" nicht angebracht. Jeder Christ sollte sich mit der Bibel auseinandersetzen und zu wichtigen Lebensbereichen Stellung beziehen können.

Das die Diskussion in einem Forum öffentlich ausgetragen  und kontrovers geführt wird, liegt an der Natur des Forums.

Es ist im Übrigen auch nicht immer leicht, praktizierte Homosexuallität Sünde zu nennen, da die öffentliche Meinung (auch innherhalb der Kirche) inzwischen eher den Argumenten von Markus folgt (Wie kann man nur so altmodische Ansichten haben?). Ich will dies keinesfalls gegen die Probleme von Homosexuellen aufwiegen. Das dies mit massiven Schwierigkeiten verbunden ist kann ich mir vorstellen. Aber ich will es mal erwähnen.

Es gibt nicht wenige Christen, für die die Einführung einer gottesdienstlichen Segnung von Homosexuellen eine echte Galubensanfechtung wäre. Die Betroffenen, welche im Übrigen oft sehr aktive Christen sind, würden sich dann in ihrer Kirche nicht mehr wohl fühlen, vielleicht in eine freie Gemeinde wechseln. Nicht weil sie Homosexuelle ablehnen, sondern weil, nach ihrem Verständnis der Bibel, praktizierte Homosexuallität Sünde ist. Und wenn Sünde verharmlost wird, dann ist verharmlost dies auch das Opfer von Jesus.





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Gert
Neuling
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Beiträge: 4


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« Antworten #22 am: 23. Juni 2004, 19:27:47 »

Hallo,

auch Paulus war so ein Hobbytheologe mit völlig lieblosen und altmodischen Ansichten. Stellt Euch vor, welch überholte Worte er aufschrieb:

Desgleichen haben auch Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierte zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getríeben...
Römer 1 Vers 27


Sicher würde Paulus auch gegen die gottesdienstliche Segnung homosexueller Paare eingestellt sein. Solche Leute sollten ihre Meinung in einem einem Forum keinesfalls schreiben dürfen! Auch sollte obengenannte Bibelstelle nicht mehr im Gottesdienst gelesen werden. Sie könnte ja bei uns modernen Christen Anstoß erregen.
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Wer zu oft ICH sagt, steht irgendwann alleine da.
Stefan
Gast
« Antworten #23 am: 23. Juni 2004, 19:52:48 »

Also Markus,
ich glaube nicht, dass man das mit Ost/West vergleichen kann. Zu den Zeiten hattest du nämlich nicht die Freiheiten, die du jetzt hast. Das "dann geh doch rüber" hat viele kaputt gemacht, weil sie eben nicht einfach gehen konnten.

Wenn einen als homosexueller Christ, der Segen für die Partnerschaft wichtig ist, dann spielt es doch keine Rolle in welcher Kirche man ist, oder?

Die Kirche ist und sollte doch eigentlich nichts anderes sein, als eine große Gemeinde, ein Zusammenschluß von Christen, die den selben Glauben und die selben Werte haben.
Man kann auch Christ sein, ohne zu einer Kirche zugehören.

Und wenn "deine" Kirche eine andere Glaubensvorstellung hat als du (und ich denke, dass Homosexualität = Sünde oder Homosexualität = okay zwei gegensätzliche Vorstellungen sind), dann sollest du dir wirklich überlegen, ob du sie  als "deine" Kirche  bezeichnen kannst.


@Christian
Ich weiß nicht, was für eine Kirche besser wäre, ein klares ja oder nein, oder ein nichts-sagendes Schweigen.
Vielleicht ist letzteres mitgliedermässig die bessere Lösung, aber ich bezweifle, dass es für den Glauben der Gemeinde gut ist.
Sollte man als Christ zu einigen Dingen nicht eine klare Meinung haben, auch wenn diese vielleicht "intolerant" ist?

Wenn dich heute jemand auf der Straße fragen würde, was du von praktizierter Homosexualität hälst, was würdest du ihm antworten?
Ich bin jemand, der ihm gerne eine klare Antwort geben wöllte und würde. Und als Fragender auch eine klare Antwort erwarten würde.
Ich würde ihm auch gerne ein klare Auskunft darüber geben wollen, ob meine Kirche homosexuelle Paare segnet oder nicht und aus welchem Grund - und nicht etwa erst auf die HP der Landeskirche nachschauen müssen, was oder ob etwas die letzte Synodensitzung ergeben hat.
Es gibt heutzutage genug Leute, die viel sagen, nichts meinen und bei denen es je nach "Wetterlage" mal so und mal so klingt.
Letztendlich sollte man immer im Hinterkopf haben, dass man all sein Tun und Sagen eines Tages vor Gott rechtfertigen muss.
Ich selbst weiß, dass es bei mir eine unmenge von Dingen gibt und geben wird, zu denen ich nur beschämt schweigen kann.
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Markus
Gast
« Antworten #24 am: 23. Juni 2004, 20:22:03 »

Lieber Gert,

es ist schon interessant aber auch sehr traurig zu sehen, wie auf einmal, wenn man mit theologischen Argumenten nicht mehr so recht weiterkommt, weil es eben niemanden wirklich zu vermitteln ist, das die Bibel sowohl das Essen von Schalentieren (wie eben Austern oder Schnecken), als auch Homosexualität gleichermaßen ein Gräuel nennt, man aber niemanden der sich seine Austern schmecken lässt etwa als Todsünder bezeichnen würde.

Auch die vielen anderen Beispiele, z.B. im obigen Brief an Laura Schlesinger, werden im eigenen Interesse tunlichst ignoriert, da man nicht die Büchse der Pandora öffnen will und vor allem: Dies auch niemandem wirklich überzeugend erklären könnte, warum solche Unterschiede gemacht werden.

Man zieht sich auf die also auf die zweite Verteidigungslinie der liebgewordenen Vorurteile (nicht etwa des Glaubens!) zurück und argumentiert notgedrungen zum erstenmal wirklich vollständig ehrlich, indem man die Katze aus dem Sack läßt:

Zitat
Es gibt nicht wenige Christen, für die die Einführung einer gottesdienstlichen Segnung von Homosexuellen eine echte Galubensanfechtung wäre.

Die Betroffenen, welche im Übrigen oft sehr aktive Christen sind, würden sich dann in ihrer Kirche nicht mehr wohl fühlen, vielleicht in eine freie Gemeinde wechseln.


Rein taktische Erwägungen und der genaue Seitenblick auf die Kirchensteuer, werden hier also über den Glauben und die Erkenntnis selbst gestellt. Und um dieser ganzen Verrücktheit auch noch die Krone aufzusetzen, wird das sogar noch mit dem Glauben selber begründet!

Das ist alles wirklich sehr deprimierend.

Hätten die ersten Christen, die damals in Rom um ihres Glaubens Willen starben genauso gedacht, würde es heute mit Sicherheit überhaupt keine christliche Kirche geben.

Es wird heute öfters die Rückbesinnung auf die Quellen gefordert. - Diese Forderung unterstütze ich grundsätzlich auch, aber dann bitte auf das Gute und Edle in unserer reichen Kirchengeschichte.Auf das, auf das wir als Christen und Lutheraner wirklich alle mit Recht stolz sein können.

Aber diese guten Traditionen, brauchten zu der Zeit, als sie entstanden vor allen Dingen immer eines:

Den Mut, für das, das was man als richtig und gut erkannt hatte auch einzustehen und dafür zu zeugen. Zu zeugen und durch seine Haltung zu überzeugen.

Dies hatte zuerst und vor allen Dingen auch Luther, nachdem sich unsere Kirche heute immer noch nennt, damals mit seinen 95 Thesen bewiesen.

Wieviel leichter dagegen haben wir es heute, bzw: Wieviel leichter hätten wir es heute, wenn einige Kirchenführer wenigstens noch einen Hauch des Geistes der Reformation in ihren Herzen tragen würde.

Nicht auf ihren Lippen, sondern wirklich in ihren Herzen.

Markus.
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Gerd
Gast
« Antworten #25 am: 23. Juni 2004, 21:21:48 »

Lieber Markus,
an Kirchensteuer habe ich wirklich nicht gedacht.
Ich wollte ausdrücken, dass gottesdienstlicher Segen für Honosexuelle für viele Christen nicht mit ihren Glaubensverständnis zu vereinbaren wäre.
Bitte aktzeptiere, dass es durchaus auch ernsthafte Christen gibt, die praktizierte Homosexuallität für Sünde halten.
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gerd
Gast
« Antworten #26 am: 23. Juni 2004, 21:23:22 »

Entschuldige bitte die Fehler, ich war zu schnell mit Enter.
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Markus
Gast
« Antworten #27 am: 24. Juni 2004, 12:41:36 »

Zitat
Lieber Markus,
an Kirchensteuer habe ich wirklich nicht gedacht.
Ich wollte ausdrücken, dass gottesdienstlicher Segen für Honosexuelle für viele Christen nicht mit ihren Glaubensverständnis zu vereinbaren wäre.
Bitte aktzeptiere, dass es durchaus auch ernsthafte Christen gibt, die praktizierte Homosexuallität für Sünde halten.



Lieber Gerd,

selbstverständlich gestehe Dir zu, dass Du nicht an die Kirchensteuer gedacht hast, allerdings bei den Kirchenoberen in der Landeskirche dürfte das mit ziemlicher Sicherheit ganz anders aussehen.-Und muss es auch ganz anders aussehen, denn sie haben die Verantwortung und ohne Geld geht nunmal in bestimmten Sachen wenig.Das muss man fairerweise schon anerkennen.

Das ist noch nichtmal der Punkt, sondern der Punkt ist, das irgendwo auch mal eine Grenze sein muss, hinter der das Geld dann eben nicht mehr so dominieren darf, als das es Einfluss auf wichtige Glaubensentscheidungen hätte.

Und damit sind wir schon bei der zweiten und eigentlich wichtigsten Sache, nämlich beim Glaubensverständnis und dabei, das viele ernsthafte Christen praktizierte Homosexualität für Sünde halten.

Ja, das ist ganz zweifellos so.

Und es kann ja auch überhaupt nicht anders sein, denn wir alle (also ausdrücklich auch ich), sind ja in diesem Glaubensverständnis erzogen worden, meistens von klein auf.

Nur ich frage Dich jetzt, Gerd: Wofür machen wir uns dann mit viel Geld und persönlichem Einsatz die Mühe die Bibel immer besser zu verstehen, wofür schicken wir jeden, der einmal Pfarrer werden will, genau aus diesem Grund auf die Universitäten, wofür?

Natürlich um die Bibel so gut wie möglich zu verstehen, um zu bewahren aber doch auch um zu forschen und Besseres miteinzubringen eben doch gerade weil wir uns doch mit unserem Glaubensverständnis immer mehr dem annähren wollen, was Gott wirklich gemeint haben könnte.

Und wenn diese Ergebnisse, die da kommen uns manchmal eben absolut nicht gefallen, dann ist Abwehr natürlich menschlich verständlich, genauso wie man dann sehr schnell dabei ist dem Wort "Neues" eine bedrohliche und abwertende Betonung zu geben

Aber ob verständlich oder nicht, diese instinktive Abwehr ohne überhaupt zu wissen warum und wieso, sondern nur in dem Bewusstsein, das auch nur ja [a]alles[/b], egal ob richtig oder falsch so bleiben soll, wie es ist - das ist eben trotzdem leider nicht der Weg denn Jesus Christus, Luther oder viele andere gegangen sind.

Du schriebst außerdem, es gebe durchaus auch unterschiedliche Meinungen von Theologen dazu, also sei die es eben nicht klar und eindeutig.

Auch hier stimme ich Dir zu, es gibt sehr wohl unterschiedliche Meinungen.

Nur was kann und muss denn dann jetzt die Konsequenz daraus sein? - Doch nicht, sitzenzubleiben und garnichts zu tun, sondern genau das Gegenteil davon, nämlich einen offenen und freimütigen Dialog in unserer Kirche darüber zu führen.

Sicher - hier in diesem Forum tun wir beide das jetzt zum Beispiel. Aber wir tun es doch aus eigenem Antrieb, wir tun es deshalb, weil es eben Probleme sind, die besprochen werden müssen, aber eben von unserer Kirchenleitung nicht besprochen werden.

Dieser Dialog hier im Forum wird geduldet, aber es wäre nach meinem Verständnis die Pflicht und Schuldigkeit der Kirchenleitung diesen Dialog, diese Aussprache innerhalb unserer Kirche selbst zu aktiv zu unterstützen, ja ihn selbst überhaupt erstmal in Gang zu bringen.

Denn sie, unsere Kirchenleitung weiß nämlich im gegensatz zum einfachen Gemeindemitglied nicht nur was gewollt wird, sondern sie weiß eben auch warum. Sie kennt die Begründungen und wenn sie schlüssig sind, muss sie diese den gemeinden auch vermitteln und eine offene Disskusion darüber nicht nur ermöglichen, sondern selbst in Gang bringen.

Genau diese Aufgabe erfüllt sie derzeit aber nur sehr ungenügend bis überhaupt nicht und daran ist deutliche Kritik sogar Verpflichtung.

Gruß,
Markus.
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Karl
Gast
« Antworten #28 am: 30. Juni 2004, 11:30:10 »

Ich verstehe eure Diskussion nicht.
Wenn ich als Christ lebe und die Bibel ernst nehme, muss ich erkennen, dass ich - dass jeder - sündigt.
Wenn ich als Christ lebe und die Bibel ernst nehme, muss ich meinen Nächsten ernst nehmen und achten (lieben)
Dann brauche ich dem Anderen nicht seine Lebensweise um die Ohren zu hauen, dann brauche ich nicht für mein Ego kämpfen. Schaut doch in die Bibel und erforscht, wem der Segen Gottes zugesprochen ist, wer sich (und warum) des Segens unseres Gottes gewiß sein darf.
Dann nämlich brauche ich nicht um kirchliche Segenshandlungen streiten - dann nämlich ist etwas ganz anderes wichtig.
Und noch eins, wenn ich Nächstenliebe ernst nehmen soll (so wie Markus es immer wieder fordert) dann heisst Nächstenliebe auch denjenigen ernst nehmen, der sich mit seiner Kirche nicht mehr identifizieren kann wenn sie gleichgeschlechtliche Paare segnet.
Wenn wir uns als Menschen gegenseitig annehmen, kann diese ganze Diskussion beendet werden!

Karl
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Mario
Gast
« Antworten #29 am: 30. Juni 2004, 15:47:30 »

Hallo Markus,

ich höre hier immer: Es ist jetzt alles gesagt.
Da bin ich ganz anderer Meinung. Denn richtig deutlich wird das Thema wohl an ganz anderer Stelle.
Was ist denn mit den Bi-Sexuellen?
Es gibt Männer, die verlassen ihre Frau und Familie (Ehebruch!!) um mit einem Mann zu leben.
Was meinst Du, soll man die auch segnen???
Und was ist mit der Tatsache, daß es in homosexuellen Kreisen durchaus üblich ist, mehrere und wechselnde Partner zu haben? Die feste und vor allem alleinige Beziehung mit einem Partner ist tatsächlich eher die Ausnahme! Wie willst Du damit umgehen?
Und noch was, Du beziehst Dich sehr gern auf Jesu Worte. Jesus spricht nie von Homosexuellen, wohl aber von der Ehe. Kann man die biblischen Maßstäbe der Ehe auf eine homosexuelle Partnerschaft so wie sie überall gelebt wird anwenden? Hälst Du es für möglich, daß Jesus auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften meint, wenn er Ehe sagt? Ich nicht!
Versteh mich nicht falsch. Ich weiß daß es immer Homosexualität geben wird, ich achte diese Menschen wie alle anderen und sehe sie in der Liebe Jesus. Aber ich weiß daß Homosexualität nicht von Gott gewollt ist und daher auch nicht durch eine kirchliche Handlung schön geredet werden darf.
Und ich hoffe sehr, daß unsere sächsische Landeskirche nie so etwas zulassen wird!!!


Mario
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