Den wenigen Lesern dieses Fadens, die sich auch Sorgen um ihre Kirche und deren Zukunft machen, möchte ich einen Link zu einem Artikel in faz.net hereinkopieren:
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E1B34F6F7FBC44C9EBB2877C9A10ACA36~ATpl~Ecommon~Scontent.htmlEs handelt sich dabei um einen Beitrag von Friedrich Wilhelm Graf. Vorab einen der vielen Absätze in diesem langen Artikel (jetzt verringert sich die Zahl der Lesebereiten wohl drastisch) als Leseprobe:
(Zitat Anfang:)
Wem nichts mehr einfällt, dem bleibt das Moralisieren, und darin sind die Kircheneliten besonders stark. Man denkt über schwierige, unübersichtliche Verhältnisse nicht nach, sondern setzt „ein Zeichen“, in der Attitüde prophetischer Besserwisserei. Gern wird semantisch hochgerüstet, und unter dem „Weltfrieden“ oder der „Bewahrung der Schöpfung“ tut man es nicht. Besonders beliebt sind trinitarische Hohlformeln, etwa die Bekundung von „Zorn, Wut und Trauer“, oder eine appellative Sollenssprache, die dem armen Gottesdienstbesucher gleich die Gesamthaftung fürs große Elend in der Dritten Welt aufbürdet. Der Kanzelprophet ist meist aber „nur ein aufgeregter Kleinbürger in biblischer Verkleidung“ (Johann Hinrich Claussen), der die bittere Armut jenseits der Meere dafür instrumentalisiert, die eigene theologische Gedankenlosigkeit zu kaschieren. Die moralistische Reduktion religiöser Komplexität, das Abblenden elementarer Lebenswidersprüche zugunsten moralisch eindeutiger Scheidung der Guten von den Bösen erlaubt es nicht, mit eigenen Ambivalenzen und Fehlern konstruktiv umzugehen. Sie verhindert realistische Selbstwahrnehmung und leistet nur dem ruinösen Verschleiß der Glaubenssprache für alle möglichen banalen Tageszwecke Vorschub.
(Zitat Ende)
Der Artikel behandelt übrigens nicht nur die evangelische Kirche sondern auch die katholische.
Ich wünsche Allen ein frohes Osterfest!